Das Beherr­schen der deut­schen Spra­che in Schrift und Wort für alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler ist eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung zum Ler­nen und für den Schul­er­folg von Kin­dern. Davon sind die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Horst Gies und Gui­do Ernst (bei­de CDU) über­zeugt. Man­geln­de deut­sche Sprach­kennt­nis­se sind für sie ein gro­ßes Hemm­nis für eine gelin­gen­de Bil­dung.

Gui­do Ernst (Vor­sit­zen­der im Bil­dungs­aus­schuss des Land­tags sagt hier­zu: „Damit Kin­der, die schwa­che Leis­tun­gen in der deut­schen Spra­che haben, in der Schu­le geför­dert wer­den kön­nen, gibt es in den Grund­schu­len spe­zi­el­le För­der­stun­den. Es ist jedoch voll­kom­men unklar, wie die­se Stun­den ver­teilt wer­den.“

Denn laut Video-Mit­schnitt der Sit­zung des Bil­dungs­aus­schus­ses von Anfang Juli sag­te Bil­dungs­mi­nis­te­rin Dr. Ste­fa­nie Hubig: „Und da, wo die Din­ge auch aus­ein­an­der­klaf­fen, wird kor­ri­giert. Und das war ja auch eine Nach­fra­ge, sowohl in die eine wie auch in die ande­re Rich­tung. Also das heißt, es bekom­men Schu­len auch mehr Sprach­för­der­stun­den zuge­wie­sen, wenn sie aus Sicht der Schul­auf­sicht zu wenig bean­tragt haben und umge­kehrt. Da wo Schu­len dann eben aus Sicht der Schul­auf­sicht zu viel bean­tragt haben, wer­den dann auch weni­ger sozu­sa­gen zuge­wie­sen.“

Das bedeu­tet, dass die ADD die gemel­de­ten Bedar­fe der Schu­len für die Sprach­för­de­rung bei der Zutei­lung der För­der­stun­den kor­ri­giert. So bekom­men Schu­len weni­ger Stun­den zur Sprach­för­de­rung der Schü­ler, wenn die­se aus Sicht der ADD zu vie­le bean­tragt haben und mehr Stun­den, wenn sie aus Sicht der ADD zu wenig bean­tragt haben.

Gui­do Ernst merkt an: „Gera­de bei der Sprach­för­de­rung brau­chen wir kla­re Struk­tu­ren und För­der­kon­zep­te. Was die Minis­te­rin hier andeu­tet ist äußerst frag­wür­dig. Es gibt wohl kei­ne ein­heit­li­chen För­der­kri­te­ri­en. Die ADD scheint die Zah­len der Schu­len vor Ort nach Ermes­sen zu kor­ri­gie­ren. Das muss durch die Lan­des­re­gie­rung auf­ge­klärt wer­den. Wir möch­ten wis­sen, nach wel­chen Kri­te­ri­en das geschieht.“

Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten aus dem Ahr­kreis wol­len des­halb in ihrer Anfra­ge von der Lan­des­re­gie­rung wis­sen, war­um die ADD einen bes­se­ren Ein­blick in die För­der­be­dar­fe von Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Land­kreis Ahr­wei­ler hat als die Leh­re­rin­nen und Leh­rer an den Schu­len, die die­se Zah­len mel­den. Zudem fra­gen sie nach, wie vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler vor Ort einen För­der­be­darf im Fach Deutsch haben, wie vie­le För­der­stun­den dafür zuge­teilt wer­den und wie vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler ins­ge­samt die Grund­schu­len im Land­kreis Ahr­wei­ler besu­chen.

Horst Gies weist dar­auf hin, dass aus der IQB-Stu­die 2016 bekannt ist, dass 36,2% der Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Rhein­land-Pfalz die Grund­schu­le ver­las­sen, ohne die Kom­pe­tenz­stu­fe 3 von 5 im Lesen erreicht zu haben, die dem Regel­stan­dard ent­spricht. 48,4% der Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Land ver­las­sen zudem die Grund­schu­le, ohne die Kom­pe­tenz­stu­fe 3 von 5 in der Recht­schrei­bung erreicht zu haben. Dies bedeu­tet, dass sie zwar ein­zel­ne Wör­ter und Satz­ab­schnit­te lesen und schrei­ben kön­nen, aber nicht ver­ste­hen, in wel­chem Gesamt­zu­sam­men­hang die Sät­ze aus die­sen Tex­ten ste­hen.

Gui­do Ernst ergänzt: „Hier muss die Lan­des­re­gie­rung drin­gend han­deln. Es kann nicht sein, dass so vie­le Kin­der bei uns nicht rich­tig lesen und schrei­ben kön­nen, wenn sie die Grund­schu­le ver­las­sen. Eine ziel­ge­rich­te­te För­de­rung in der deut­schen Spra­che wäre dazu ein ganz wich­ti­ger Ansatz­punkt.“