Mit „gro­ßer Sor­ge” blickt der Vor­sit­zen­de des Bil­dungs­aus­schus­ses im
rhein­land-pfäl­zi­schen Land­tag auf aktu­el­le Zah­len des Sta­tis­ti­schen
Lan­des­am­tes, wonach immer mehr Stu­die­ren­de aus Rhein­land-Pfalz in ande­re
Bun­des­län­der abwan­dern. Gui­do Ernst spricht von einem ‘gefähr­li­chen
Trend’: „Es ver­las­sen mehr jun­ge Men­schen Rhein­land-Pfalz, um für ein
Stu­di­um in ein ande­res Bun­des­land zu wech­seln als umge­kehrt Stu­die­ren­de
in unser Bun­des­land kom­men.“

Die Hoch­schu­le Koblenz, zu der auch der Rhein-Ahr Cam­pus gehört, ist
davon in den letz­ten drei Jah­ren noch nicht so stark betrof­fen. Aber
auch hier gab es nach den „Zah­len und Fak­ten“ auf der Inter­net­sei­te der
Hoch­schu­le einen leich­ten Rück­gang der Erst- und Neu­im­ma­tri­ku­lier­ten.
Waren es 2017/18 noch 2034 Per­so­nen, sind es in die­sem Win­ter­se­mes­ter
1829. Das wäre in 4 Jah­ren ein Rück­gang von 205 neu­en Stu­die­ren­den.

Die Dis­kus­si­on um die Uni-Umstruk­tu­rie­rung hat das Image des
Hoch­schul­stand­orts Rhein­land-Pfalz beschä­digt — die rhein­land-pfäl­zi­sche
Hoch­schul­land­schaft war und ist ver­un­si­chert. Auch sind auf­grund der
jah­re­lan­gen Unter­fi­nan­zie­rung die Stu­di­en­be­din­gun­gen man­cher­orts alles
ande­re als opti­mal. Auch des­halb wan­dern ver­mehrt Stu­die­ren­de ab. Das
hat Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Wolf zu ver­ant­wor­ten“, so Gui­do Ernst wei­ter.
Als CDU-Land­tags­frak­ti­on habe man klu­ge Vor­schlä­ge gemacht, um die
Hoch­schul­land­schaft modern und nach­hal­tig auf­zu­stel­len

Petra Schnei­der, die als Nach­fol­ge­rin von Gui­do Ernst für den Land­tag
kan­di­diert ergänzt: „Rhein­land-Pfalz läuft so Gefahr, in bun­des­wei­ter
Kon­kur­renz mit Hoch­schul­stand­or­ten ande­rer Län­der, abge­hängt zu wer­den.
Wir bekom­men dann ernst­haf­te Pro­ble­me, wenn die Attrak­ti­vi­tät unse­res
Lan­des als ange­streb­ter Hoch­schul­stand­ort wei­ter nach­lässt – wir
ver­lie­ren dann nicht nur Stu­die­ren­de, son­dern auch Fach­kräf­te“.

Die Kan­di­da­tin, die sich unter ande­rem beson­ders für den Bil­dungs- und
Aus­bil­dungs­be­reich enga­gie­ren will, wenn sie in den Land­tag gewählt
wird, ist über die­se Ent­wick­lung besorgt, weil mit dem Rheinahr­cam­pus
Rema­gen ja auch eine Hoch­schul­ein­rich­tung im Kreis Ahr­wei­ler davon
betrof­fen sein könn­te.

Der Vor­sit­zen­de der CDU-Kreis­tags­frak­ti­on Karl-Heinz Sund­hei­mer, der
lan­ge als Schul­lei­ter einer Real­schu­le plus mit ange­glie­der­ter
Fach­ober­schu­le tätig war, meint zu dem The­ma: „Ich glau­be, dass wir es
auch in Rhein­land-Pfalz schaf­fen kön­nen, den Trend umzu­keh­ren.
Schlüs­sel ist der digi­ta­le Wan­del, den wir gera­de durch­le­ben. Stu­di­um
und Leh­re ste­hen vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen – die CDU soll­te durch
For­de­rung nach einer Erhö­hung der Grund­fi­nan­zie­rung der Bil­dungs­stät­ten
und deut­lich mehr Pro­fes­su­ren die Pro­fil­schär­fung der Uni­ver­si­tä­ten und
Hoch­schu­len im Land unter­stüt­zen.“