Das Land Rhein­land-Pfalz will sich dar­um bemü­hen, die Ver­bands­ge­mein­de Bad Brei­sig bei der tou­ris­ti­schen Inwert­set­zung des Welt­kul­tur­er­bes Nie­der­ger­ma­ni­scher Limes (NGL) zu inte­grie­ren. Eine Auf­nah­me in den bereits lau­fen­den Welt­kul­tur­er­be­an­trag sei jedoch nicht mehr mög­lich. Die­se Ant­wort von Kul­tur­mi­nis­ter Wolf kam auf eine ein­stim­mi­ge Reso­lu­ti­on, die der Ver­bands­ge­mein­de­rat auf Antrag der CDU-Frak­ti­on beschlos­sen hat­te. Das teil­te deren Spre­cher, Nor­bert Heid­gen, jetzt mit. Mit Blick auf ein mög­li­ches tou­ris­ti­sches Kon­zept betont Heid­gen: „Bad Brei­sig liegt genau zwi­schen Rema­gen, das mit sei­nem römi­schen Kas­tell Teil des Antra­ges ist, und dem Erleb­nis­muse­um Römer­Welt in Rhein­brohl. Die CDU-Land­tags­kan­di­da­tin Petra Schnei­der ergänzt: „Die­se güns­ti­ge Lage kön­nen wir im Tou­ris­mus­kon­zept für das UNESCO-Welt­kul­tur­er­be ein­brin­gen und nut­zen. Bad Brei­sig muss beim tou­ris­ti­schen Kon­zept berück­sich­tigt wer­den.“ Zum Hin­ter­grund: Rhein­land-Pfalz hat zusam­men mit Nord­rhein-West­fa­len und den Nie­der­lan­den bei der UNESCO bean­tragt, den Nie­der­ger­ma­ni­schen Limes zwi­schen Rema­gen und Kat­wi­jk an der Nord­see­küs­te als Welt­kul­tur­er­be anzu­er­ken­nen. Heid­gen erläu­tert: „Bei unse­rem Reso­lu­ti­ons­an­trag ging es dar­um, dass die Vinxt­bach­mün­dung in Rhein­eck — und damit Bad Brei­sig — im Antrag an die UNESCO mit auf­ge­nom­men wird. Sie ist näm­lich der his­to­risch beleg­te End- bzw. Start­punkt der Grenz­li­nie des Nie­der­ger­ma­ni­schen Limes. Und genau gegen­über der Vinxt­bach­mün­dung beginnt mit dem soge­nann­ten „Wach­turm 1“ in Rhein­brohl der Ober­ger­ma­nisch-Rae­ti­sche Limes, der auf der rech­ten Rhein­sei­te bis nach Süd­deutsch­land ver­läuft. Minis­ter Wolf teil­te hin­ge­gen mit, beim Vinxt­bach­tal und auch beim Rhein selbst han­de­le es sich um „natur­räum­li­che Ele­men­te, wel­che aus sich her­aus grund­sätz­lich nicht bei einem Welt­kul­tur­er­be­an­trag berück­sich­tigt wer­den“ könn­ten. In Fra­ge kämen viel­mehr aus­schließ­lich archäo­lo­gisch nach­ge­wie­se­ne Stät­ten, die über­dies bestimm­ten defi­nier­ten Kri­te­ri­en ent­spre­chen müss­ten. Im Fal­le von Bad Brei­sig sei zwar eine römi­sche Besied­lung nach­ge­wie­sen, aller­dings fehl­ten jeg­li­che Hin­wei­se auf einen mili­tä­ri­schen Kon­text. Des­halb habe man den Fund­platz – genau wie alle ande­ren rein zivi­len Fund­plät­ze ent­lang des NGL – nicht in den Antrag auf­ge­nom­men.