Ver­sa­gen beim Stra­ßen­bau, höchs­te Ver­schul­dung und hohe Per­so­nal­zu­wäch­se“, der Jah­res­be­richt des Lan­des­rech­nungs­ho­fes als höchs­tem Kon­troll­organ des Lan­des stellt der Lan­des­re­gie­rung ein ver­hee­ren­des Zeug­nis aus, so die bei­den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Horst Gies und Gui­do Ernst, im Anschluss an das digi­ta­le Pres­se­ge­spräch.

Der Jah­res­be­richt sei bei der Beur­tei­lung der Arbeit der Lan­des­re­gie­rung ein wich­ti­ges unab­hän­gi­ges Instru­ment, das von neu­tra­len Fach­leu­ten erar­bei­tet wer­de und die Kenn­zah­len von Rhein­land-Pfalz ins Ver­hält­nis mit ande­ren Bun­des­län­dern set­ze. Rei­chert: „Dabei sind die Zah­len wirk­lich ernüch­ternd!“

· Auf über 2 Mil­li­ar­den Euro haben sich die Finanz­mit­tel ange­häuft, die der Land­tag der Regie­rung für wich­ti­ge Pro­jek­te im gan­zen Land zur Ver­fü­gung gestellt hat und die man bis­her nicht geschafft hat, aus­zu­ge­ben. Ein trau­ri­ger Höchst­stand und ein star­ker Beleg dafür, dass die Lan­des­re­gie­rung umset­zungs­schwach ist.

· Die Pro-Kopf-Ver­schul­dung gehört mit 7.142 € schon vor Coro­na zu den höchs­ten Wer­ten in ganz Deutsch­land. 32 % über dem Durch­schnitt.

· Stra­ßen, Brü­cken, öffent­li­che Gebäu­de, über­all in Rhein­land-Pfalz gibt es einen erheb­li­chen Inves­ti­ti­ons­stau. Trotz­dem liegt Rhein­land-Pfalz mit einer Inves­ti­ti­ons­quo­te von 5,8 % auf dem vor­letz­ten Platz der Län­der. Der Durch­schnitt liegt fast dop­pelt so hoch.

· Beson­ders ver­hee­rend ist die Situa­ti­on bei den Lan­des­stra­ßen: Da das Land die Preis­stei­ge­run­gen nicht berück­sich­tigt, gibt Rhein­land-Pfalz sogar Jahr für Jahr weni­ger statt mehr aus.

Gleich­zei­tig beschreibt der Rech­nungs­hof beim FDP-geführ­ten Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um Manage­ment-Ver­sa­gen: Schlech­tes Bau­ma­nage­ment, kein IT-gestütz­tes Pro­jekt­ma­nage­ment, Män­gel bei der Bau­qua­li­tät, Rück­stän­de bei Ter­mi­nen und Abrech­nun­gen.

„Gro­ße Fra­ge­zei­chen hin­ter­lässt zudem das Per­so­nal­ma­nage­ment des Lan­des. 2016 kün­dig­te die Lan­des­re­gie­rung ein Stel­len­ab­bau-Pro­gramm von 2.000 Stel­len an. In Wahr­heit schla­gen heu­te 1.800 Stel­len mehr zu Buche als noch vor fünf Jah­ren. Der Ver­wal­tungs­ap­pa­rat wird grö­ßer und grö­ßer, die Kos­ten stei­gen immer wei­ter.

Alle die­se Fest­stel­lun­gen des Rech­nungs­ho­fes sind nicht nur eine Rand­no­tiz über die Arbeit der Lan­des­re­gie­rung, son­dern wer­den die Lan­des­po­li­tik noch lan­ge beschäf­ti­gen“, kün­di­gen Gies und Ernst an.